3D-Druck News KW43: Bambu H3C mit neun Werkzeugen, Formlabs ab 760 €

Zwei Wochen News auf einmal, vom 10. bis zum 23. Oktober, weil die Folge zur KW42 ausgefallen ist: Bambu Lab kündigt einen Toolchanger an, es gibt zwei neue Scanner, Formlabs bringt einen Resindrucker ab 760 Euro, Creality legt dreimal nach, und OrcaSlicer bekommt ein Alpha-Update. Dazu ein Praxistest zur Prusa INDX, ein Vollfarb-Drucker, ein Hinweis zu SolidCraft und zum Schluss DOOM auf dem Snapmaker U1.

🎬 Das Video dazu

🔧 Bambu Lab H3C: Toolchanger mit neun Werkzeugen

Bambu Lab hat den H3C angekündigt. Auf der offiziellen Landingpage steht „Tool Changer. Game Changer.“ und als Termin der 3. November, 15:00 Uhr deutscher Zeit (9:00 Uhr Ostküstenzeit). Mehr als ein Teaser-Video und eine Newsletter-Anmeldung gibt es bisher nicht: keine Specs, kein Preis, kein Bauraum. Auf Instagram schreibt Bambu am 23. Oktober von „Nine tools, built into one printer“, im Teaser sieht man ein Werkzeug-Rack mit neun Bowden-Werkzeugen. Zum Vergleich: Die H2C hat sieben Werkzeuge.

Der H3C tauchte schon in den FCC-Anmeldungen aus der KW38 auf und ist jetzt offiziell bestätigt, zur X2D Pro und zur P3C gibt es weiter nichts. Die am 14. August veröffentlichten Bambu-Patentschriften zeigen ein Rack mit neun Dock-Plätzen. Dass das zum H3C passt, ist meine Lesart, bestätigt hat Bambu das nicht. Landingpage bei Bambu Lab · Bericht bei Tom’s Hardware

📡 Scanner-Welle: Bambu Lab S1 und Elegoo M1 Ultra

Bambu Lab S1: Am 12. Oktober gab es den Teaser für Bambus ersten eigenen 3D-Scanner, einen Handscanner. Auf der Landingpage steht „Coming soon“, die kanadische Seite nennt November 2026. Specs und Preis fehlen. Im FCC-Label hat Tom’s Hardware 60 Watt Eingangsleistung und keinen erkennbaren Akku gefunden, das ist nur eine Lesart. Ob man einen PC braucht, wird spekuliert und ist nicht bestätigt. Bericht bei All3DP · Landingpage bei Bambu Lab

Elegoo M1 Ultra: Laut Pressemitteilung vom 22. Oktober der erste All-in-One-3D-Scanner von Elegoo. Nach Herstellerangaben arbeitet er mit blauem Laser plus Infrarot-Strukturlicht, braucht keine Marker und hat einen Touchscreen mit Live-Vorschau, kabellosen Betrieb und einen wechselbaren Akku. Die Software heißt ELEGOO SCAN. Launch ist am 29. Oktober, Preis und weitere Details gibt es erst dann. Den Creality Sermoon P1S hatten wir schon in der KW40. Pressemitteilung bei PR Newswire

💧 Formlabs Form Studio 1: Resindruck ab 760 Euro

Formlabs hat am 14. Oktober den Form Studio 1 vorgestellt. Im deutschen Shop kostet er ab 760,41 Euro (in den USA ab 699 Dollar), zum Vergleich: Die Form 4 startet dort bei 3.124 Euro. Bestellen kann man ab sofort, der Versand startet weltweit am 16. November. Die Founder’s Edition in Graphit, Aqua, Teal und Violett gibt es bis zum 30. November oder solange der Vorrat reicht.

Technisch ist es ein MSLA-Drucker mit 28 LEDs im Linsen-Array und 35 Mikrometer großen Pixeln. Der Bauraum liegt bei 20 × 12,5 × 23,5 Zentimetern (5,9 Liter). Die Alpha Resins starten im deutschen Shop bei 34,51 Euro pro Liter, mit dem Resin Tank Pro gehen auch Fremdharze. Formlabs sieht ihn vor allem bei Figuren und Modellen, für Funktionsteile eher die Form 4. Dass der Druckerfolg mit der Form 4 vergleichbar sein soll, ist eine Herstellerangabe, die Tests laufen laut Formlabs noch. Pressemitteilung bei Formlabs · Produktseite

🏭 Creality: K3, Ender-3 V3 Mega und Neo

Creality K3: Vorbestellung seit dem 12. Oktober für 849 Dollar in den USA. Im deutschen Shop ist er noch nicht gelistet, die Europa-Verfügbarkeit liegt laut Creality im Dezember 2026, einen Euro-Preis gibt es also noch nicht. Das KliTek-System bringt vier Düsen und vier Filamentkanäle: Düsenwechsel in rund 5 Sekunden, Materialwechsel unter 15 Sekunden. Bauraum 260 × 260 × 260 Millimeter, bis 500 mm/s, Hotend bis 300 °C. Creality verspricht bis zu 80 Prozent kürzere Druckzeit und bis zu 85 Prozent weniger Abfall im Vergleich zu Mehrfarbdruck mit einer Düse, das ist eine Herstellerangabe und kein Test. Bericht bei 3DPrint.com

Ender-3 V3 Mega und Neo: Der Mega hat 420 × 420 × 420 Millimeter Bauraum, bis zu 500 mm/s und 300 °C. TPU von 85A bis 95A geht nur direkt von der Spule. Im deutschen Shop kostet er 599 Euro, als Combo mit CFS Nano 699 Euro. Der kleine Neo (220 × 220 × 220 Millimeter, automatische Bettnivellierung) kostet 229 Euro, als Combo 329 Euro. Verkaufsstart war der 15. Oktober, bis zum 30. November gibt es vier Gratisrollen beim Mega und zwei beim Neo. Bericht bei All3DP

🐋 OrcaSlicer 2.5.0 Alpha

Seit dem 16. Oktober gibt es OrcaSlicer 2.5.0 als Alpha (Pre-release). Laut Projekt ist es das funktionsreichste Release bisher, mit über 950 Pull Requests von mehr als 140 Mitwirkenden. Die Highlights:

  • Python-Plugins mit Plugin-Hub über Orca Cloud. Plugins müssen um Erlaubnis fragen, die API kann sich noch ändern.
  • Design-Tab (Early Preview): Sketch-first, parametrisches CAD im Slicer. Experimentell und standardmäßig aus, einschalten unter Preferences → General → Features → „CAD feature (experimental)“, danach Neustart.
  • Color Mixing, Texture Displacement, Belt-Printing und paralleles Drucken für IDEX/IQEX (zwei bis vier Teile gleichzeitig).
  • Speed Dial, Precise Seam Modifier, neue Infill-Optionen und Unterstützung für den Bambu H2C und den A2L.

Wichtig: Das ist eine Alpha. Sichert vorher Projekte und Profile und nutzt sie nicht für den Produktivbetrieb. Release auf GitHub

🧪 Prusa CORE One+ INDX im Praxistest

Thomas Sanladerer (Made with Layers) hat am 11. Oktober ein Video mit dem Titel „The Prusa Core One INDX has problems“ veröffentlicht, Hackaday hat am 12. Oktober berichtet. Prusa hatte ihm das Gerät geschickt. Seine Befunde: Die Pflicht-Kalibrierung (Düsenlänge) bricht mit Fremdfilament ab, er testete Voxel PLA, mit Prusament lief es. Laut Sanladerer sagte Prusas Ingenieur sinngemäß, bisher sei nur Prusament sichergestellt. Die Kalibrierung per G-Code zu entfernen geht nicht sauber, und die Sicht in den Bauraum ist stark eingeschränkt. Die Beta-Firmware 6.9.1 behebt das Kalibrierproblem, parkt aber Werkzeug 8 in Slot 7.

Sein Fazit: allenfalls eine Tech-Demo, aktuell nicht zu empfehlen. Fair bleiben: Das ist der Stand seines Tests mit der Firmware vom Oktober, Prusa arbeitet an Updates, ein offizielles Statement haben wir bisher nicht gefunden. Video von Thomas Sanladerer · Bericht bei Hackaday

🎨 Flashforge CJ270: Vollfarb-Material-Jetting für den Schreibtisch

Laut Flashforge hat der CJ270 sieben Inkjet-Köpfe, sechs Basisharze (Cyan, Magenta, Gelb, Schwarz, Weiß, Klar) plus wasserlösliches Stützmaterial, 7 Mikrometer Schichthöhe und „über 10 Millionen Farben“. Bauraum laut Produktseite: 180 × 120 × 100 Millimeter. Im EU-Shop kostet er 3.999 Euro (durchgestrichen 4.499 Euro) und wiegt 33,5 Kilo. Die ersten 100 Geräte sollten laut Flashforge ab dem 15. Oktober per Luftfracht rausgehen, Berichte von angekommenen Geräten habe ich noch nicht gefunden. Produktseite im EU-Shop

🛠️ SolidCraft: kostenloses Open-Source-CAD im Fusion-Stil

Ein kurzer Hinweis in eigener Sache: SolidCraft ist ein kostenloses Open-Source-CAD, das sich fast eins zu eins wie Fusion bedient und auch im Browser läuft. Das Projekt war beim Dreh gerade mal elf Tage alt, ist also noch früh in der Entwicklung, und es fehlen Funktionen. Dazu gibt es zwei Videos von mir: Teil 1 (#242) und Teil 2 mit dem Fusion-Umzug und euren Fragen (#243). Das Projekt gibt es auf GitHub, die Doku unter docs.solidcraft.io.

🎮 DOOM auf dem Snapmaker U1

If it has a display, it runs DOOM: Ein Entwickler namens Dr. Klipper hat am 18. Oktober das GitHub-Repository U1Doom angelegt. DOOM läuft dort auf dem Touchscreen des U1 (320 × 200, hochskaliert auf 480 × 320), gespielt wird mit einem PS5-Controller (DualSense), der Ton kommt über einen Bluetooth-Lautsprecher. Eine lokale Webseite führt durch Einrichten, Koppeln und Starten.

Voraussetzungen: Root-Access per SSH am U1 und ein USB-Bluetooth-Stick, weil das eingebaute Bluetooth in der Firmware abgeschaltet ist. Beim Stick entscheidet der Chip: Ein CSR8510 funktioniert, Realtek- und MediaTek-Sticks nicht. Während eines Drucks ist DOOM gesperrt. Repository auf GitHub

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