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  • Bambu Lab ist nicht Apple. Und das ist das Problem.

    Bambu Lab wird gerne als „das Apple der 3D-Drucker” bezeichnet. Ich nutze Apple seit ungefähr 20 Jahren – als Softwareentwickler, von innen, ohne Fanboy-Brille. Und ich sage euch: Dieser Vergleich ist eine Beleidigung. Nicht für Bambu. Für Apple.

    In den letzten Wochen ist in der 3D-Druck-Community eine Debatte entbrannt: Bambu Lab gegen die Open-Source-Community. Lizenzstreitigkeiten, eingeschüchterte Entwickler, aufgebrachte Maker. Und mittendrin taucht dieser Apple-Vergleich auf. Wer ihn benutzt, meint es meistens als Kompliment. Aber wer Apple wirklich kennt, weiß: Da geht so ziemlich alles in die falsche Richtung.

    Ich will euch erklären, warum.

    „Das Apple von X” ist eine Messlatte – keine Beschreibung

    „Das Apple von X” ist ein Lob. Es bedeutet: Dieses Unternehmen hat eine Kategorie neu definiert, ein Ökosystem gebaut, das größer ist als seine eigenen Produkte, und Standards gesetzt, die andere freiwillig übernehmen.

    Apple hat genau das gemacht. Über Jahrzehnte. Mit allen Höhen und Tiefen, die dazugehören.

    Bambu Lab hat in vier Jahren beeindruckende Hardware gebaut. Das streitet niemand ab. Aber Hardware bauen ist nicht das, was den Apple-Vergleich verdient. Was Apple wirklich auszeichnet, lässt sich auf drei Punkte runterbrechen: Open Source, Ökosystem, Kritik. Und genau in diesen drei Punkten macht Bambu nicht das, was Apple macht – sondern das genaue Gegenteil.

    Punkt 1: Open Source – Apple gibt zurück. Bambu nimmt.

    Das ist der Punkt, der mich als Entwickler am meisten beschäftigt.

    Apple hat seine Plattform auf BSD Unix und dem Mach-Kernel aufgebaut. Beides Open Source. Beides kostenlos genutzt. Und Apple hat zurückgegeben:

    • Darwin – die offene Basis von macOS
    • WebKit – der Browser-Unterbau, auf dem heute Millionen Websites laufen
    • Swift – eine ganze Programmiersprache, komplett quelloffen
    • LLVM – der Compiler, auf den inzwischen fast jede moderne Sprache aufbaut
    • CUPS – das Drucksystem auf dem halben Internet

    Apple hat ein gigantisches Geschäft auf Open Source aufgebaut – und der Community mehr zurückgegeben, als es genommen hat. Das ist die Messlatte.

    Bambu Lab hat PrusaSlicer genommen. Der ist Open Source, lizenziert unter der AGPLv3. Diese Lizenz ist nicht freundlich gemeint – sie ist eine vertragliche Verpflichtung: Wer den Code nutzt, muss seinen eigenen Code veröffentlichen.

    Bambu hat aus PrusaSlicer „Bambu Studio” gemacht und eine Netzwerk-Bibliothek namens libbambu_networking integriert. Für die es bis heute keinen Quellcode gibt – in einem Programm, das angeblich Open Source ist. Das ist kein Versehen. Das ist ein klarer AGPLv3-Verstoß.

    Und als der Community-Entwickler baltobu einen Fork gebaut hat, der nach Lizenz vollkommen legal war, hat Bambu ihn mit einem Cease-and-Desist-Schreiben eingeschüchtert. Die Software Freedom Conservancy hat den Fall öffentlich gemacht.

    Zum Vergleich: Apple hat in über 40 Jahren keinen einzigen Entwickler verklagt, der legalen Open-Source-Code auf Apple-Basis gebaut hat.

    Das ist kein ähnliches Verhalten. Das ist das Gegenteil.

    Punkt 2: Ökosystem – Apple lädt ein. Bambu kontrolliert.

    Zweiter Punkt: Ökosystem.

    Apple hat seit 1987 eine Entwicklerkonferenz – die WWDC. Über 1.000 Sessions pro Jahr. Kostenlos zugängliche SDKs, Dokumentation, Prototypen. Seit 2008 hat Apple über 550 Milliarden Dollar an externe Entwickler ausgeschüttet. Mehr als eine halbe Billion. An Leute, die Dinge für Apples Plattform gebaut haben.

    Bambu Lab hat:

    • Keine Entwicklerkonferenz
    • Kein öffentliches SDK
    • Null Euro an externe Entwickler ausgeschüttet

    Stattdessen passiert das hier: Ein Drittanbieter entwickelt eine gute Build Plate – Bambu baut eine eigene und schließt den Drittanbieter aus. Jemand baut eine KI-Spaghetti-Erkennung für Bambu-Drucker – Bambu kopiert das Konzept. Keine Kooperation. Keine Übernahme. Keine Anerkennung.

    Und dann gibt es noch die Sache mit RFID: 2022 hat Bambu versprochen, das RFID-Protokoll zu lizenzieren, damit andere Filament-Hersteller ihre Rollen automatisch erkennbar machen können. Wir haben jetzt 2026. Das Protokoll wurde nie lizenziert.

    Apple hat Standards mitentwickelt, die jeder nutzen kann: FireWire, Thunderbolt, Bonjour, ProRes. Alles zu fairen Konditionen lizenziert. Nicht aus Nettigkeit – sondern weil Apple verstanden hat, dass ein Ökosystem mehr wert ist als ein einzelnes Unternehmen.

    Bambu hat das offenbar entweder noch nicht verstanden – oder, schlimmer: verstanden und entschieden, es nicht zu wollen.

    Punkt 3: Kritik – Apple hält das aus. Bambu bestraft sie.

    Letzter Punkt. Der unangenehme.

    Apple bekommt seit Jahrzehnten Gegenwind. Bendgate. Die Butterfly-Tastatur. Das Vision Pro-Debakel. Joanna Stern, John Gruber, MKBHD – alle haben Apple schon vernichtend kritisiert. Apple hat das kassiert. Die Kritiker haben weiterhin Zugang zu Keynotes, zu Produkten, zu Interviews.

    Apple weiß: Kritik ist Teil des Spiels. Ein Unternehmen, das Kritik abwürgt, hat etwas zu verbergen.

    Bambu Lab ist meines Wissens das einzige Unternehmen in dieser Branche – vielleicht in jeder Branche, die ich kenne – das sein Affiliate-Programm als Waffe einsetzt. Wer zu kritisch wird: raus. Egal, wie viel Revenue er generiert. Keine Abmahnung. Keine Diskussion. Einfach weg.

    Das Ergebnis ist die Bambu-Berichterstattung, die ihr auf YouTube seht. Viele Stimmen, die etwas zu sagen hätten, schweigen. Nicht, weil sie nichts zu sagen hätten – sondern weil sie es sich nicht leisten können.

    Ich mache niemandem einen Vorwurf. Jeder muss wissen, was er mit seinem Kanal macht. Aber ihr solltet wissen, durch welchen Filter ihr schaut.

    Meine Entscheidung: Ich verkaufe meinen P1S und meine A1 Minis

    Jetzt zur persönlichen Konsequenz.

    Ich verkaufe gerade meinen P1S und meine beiden A1 Minis. Nicht, weil sie schlecht drucken – tun sie nicht. Nicht, weil ich sie hasse – tue ich nicht. Sondern weil ich verstanden habe, was ich mir da ins Haus geholt habe.

    Wenn man einen 3D-Drucker kauft, kauft man nicht nur Hardware. Man kauft sich in ein Ökosystem ein. Man entscheidet, welches Unternehmen das Geld und die Abhängigkeit bekommt. Und wenn ich mir anschaue, wie Bambu mit Entwicklern umgeht, wie sie mit Open-Source-Lizenzen verfahren und wie sie Kritik begegnen – dann will ich weniger davon in meinem Leben, nicht mehr.

    Den X1C behalte ich vorerst noch. Es ist einfach ein Drucker, den ich aktuell noch nicht verkaufe. Aber einen neuen Bambu-Drucker kaufe ich nicht – bis sich grundlegend etwas ändert.

    Das ist meine persönliche Entscheidung. Jeder muss die für sich selbst treffen. Ich wollte nur erklären, warum ich sie getroffen habe.

    Fazit: Earn it, Bambu

    Bambu Lab ist nicht Apple.

    • Apple hat ein Ökosystem gebaut, das größer ist als seine eigenen Produkte. Bambu baut eine Festung, die jeden draußen hält.
    • Apple gibt zurück – an Entwickler, an die Community, an Standards. Bambu nimmt – und schützt, was es genommen hat, mit Anwaltsbriefen.
    • Apple lässt sich kritisieren. Bambu bestraft Kritik.

    Wenn Bambu das Apple der 3D-Drucker werden will, müssen sie erstmal auf dieses Level kommen. Und bis dahin ist dieser Vergleich das Unfairste, was man Apple seit langem angetan hat.


    Weiterführende Links

    • The Next Layer – das ausführliche Vergleichsvideo, das den Anstoß gegeben hat: youtu.be/mAm-kpiHRcw
    • Software Freedom Conservancy – unterstützt die AGPL-Durchsetzung: sfconservancy.org

    Das dazugehörige Video

    Den ganzen Take gibt es bei mir auf YouTube – inklusive der ausgesparten Zwischentöne:

    YouTube: Bambu Lab ist nicht Apple – Video #173

    Wie seht ihr das? Benutzt ihr Bambu-Drucker – und macht euch das alles irgendwas aus? Schreibt mir in die Kommentare unter dem Video oder hier im Blog. Ich bin wirklich neugierig.

  • Purge Lines ans Ende der Druckplatte – Snapmaker U1 Makro (Update)

    Das Thema hatten wir schon mal. Aber das originale Makro ist von GitHub verschwunden, bei vielen hat es einfach aufgehört zu funktionieren – und obendrein lief es früher nur im OrcaSlicer, nicht im Snapmaker Orca. Alles gefixt. Hier kommt das Update.

    Das Problem

    Standardmäßig zeichnet der Snapmaker U1 beim Start genau eine Purge Line – vorne links auf der Druckplatte, und nur für den ersten Extruder, der im Druck verwendet wird. Das bedeutet: Wenn ihr mit 4 Farben druckt, sind 3 Toolheads beim Start „kalt” und unvorbereitet.

    Das ursprüngliche Makro, das dieses Problem gelöst hat, war als GitHub Gist veröffentlicht – und ist leider irgendwann einfach verschwunden. Warum auch immer.

    Ich hatte das Makro noch. Ich habe es überarbeitet, damit es jetzt auch im Snapmaker Orca funktioniert (nicht mehr nur im OrcaSlicer), und stelle es euch zum Download bereit.

    Props gehen an zero466cool, der das Makro ursprünglich geschrieben und veröffentlicht hat.

    Was das Makro macht

    Nach der Installation passiert Folgendes beim Druckstart:

    • Jeder Toolhead, der im Druck verwendet wird, zeichnet eine eigene Purge Line
    • Die Linien werden ans Ende der Druckplatte gezeichnet – in den Bereich hinter den Löchern, der sowieso nicht bedruckbar ist
    • Die Temperatur wird automatisch ans jeweilige Filament angepasst
    • Jeder Toolhead zieht seine Linie aus seiner Idle-Position heraus, mit einem kleinen Offset zur Kante

    Ergebnis: Saubere, geprimte Nozzles für alle genutzten Extruder – bevor der eigentliche Druck beginnt.

    Voraussetzung: Paxx12 Firmware

    Um die Makros einzuspielen, braucht ihr die Paxx12 Firmware auf eurem U1 – sie legt einen Extended-Ordner in Klipper an, in dem ihr eigene Konfigurationsdateien ablegen könnt. Dieser Ordner bleibt auch bei Firmware-Updates und Werksreset erhalten (solange ihr ihn nicht manuell löscht).

    💡 Ich habe es nicht mit der Standard-Firmware getestet. Theoretisch könnte es auch im Hauptverzeichnis funktionieren – aber ich kann das nicht garantieren.

    Schritt 1: Makro in Klipper hochladen

    1. Ladet die Datei 30_back_purge_macro.cfg herunter → 30_back_purge_macro.cfg – Purge Lines Makro für Snapmaker U1
    2. Öffnet eure Klipper-Oberfläche (Mainsail oder Fluidd)
    3. Geht zu Machine (Mainsail) bzw. dem Konfigurationsbereich (Fluidd)
    4. Navigiert in den Ordner: Extended → Klipper
    5. Klickt auf Upload File und ladet die .cfg-Datei hoch
    6. Startet anschließend die Klipper-Firmware neu: Oben auf den Off-Button → Klipper Control → Restart

    Schritt 2: Start G-Code im Slicer anpassen

    1. Öffnet Snapmaker Orca oder OrcaSlicer
    2. Geht zu Printer Settings → aktiviert oben den Advanced-Modus
    3. Wechselt zum Reiter Machine G-Code
    4. Öffnet den Machine Start G-Code
    5. Scrollt ganz ans Ende – dort findet ihr einen Eintrag auf Chinesisch, der genau eine Purge Line erzeugt
    6. Löscht diesen Abschnitt (ab dem Kommentar) und ersetzt ihn durch den G-Code Snippet – einfach aus dem Code-Block weiter unten kopieren

    Der neue Abschnitt sieht in etwa so aus (für 4 Extruder):

    ; Purge Line pro benutztem Toolhead
    {if is_extruder_used[0]}SM_PRINT_START_LINE_EXTRUDER_0 TEMP={first_layer_temperature[0]}{endif}
    {if is_extruder_used[1]}SM_PRINT_START_LINE_EXTRUDER_1 TEMP={first_layer_temperature[1]}{endif}
    {if is_extruder_used[2]}SM_PRINT_START_LINE_EXTRUDER_2 TEMP={first_layer_temperature[2]}{endif}
    {if is_extruder_used[3]}SM_PRINT_START_LINE_EXTRUDER_3 TEMP={first_layer_temperature[3]}{endif}

    Downloads

    Hinweis

    Das ist ein Makro, das das Verhalten eurer Maschine verändert – ähnlich wie die Paxx12 Firmware selbst. Ich übernehme keine Garantie, falls etwas schiefläuft. Bei mir funktioniert es einwandfrei. Probiert es aus, aber seid vorsichtig.

    Fragen? Einfach in die Kommentare unter dem Video oder hier im Blog.

    Das dazugehörige Video

    📺 Purge Lines ans Ende der Druckplatte auf YouTube ansehen

    🔄 Update 24.05.2026 – Wichtige Korrektur vom Start G-Code

    Community-Mitglied Michael (@krebs3D) hat einen wichtigen Bug im Start G-Code aus Schritt 2 gefunden: Wenn der Druck nicht mit Extruder 0 beginnt (z.B. mit Extruder 2 oder 3), wird die Purge Line trotzdem zuerst mit Extruder 0 gestartet – der zu diesem Zeitpunkt noch kalt ist. Klipper blockiert dann mit der Fehlermeldung “extruder below minimum temp”.

    Michaels Lösung: Alle verwendeten Extruder werden zuerst gleichzeitig vorgeheizt (M104, nicht-blockierend), dann sequenziell gepurgt (M109, blockierend), und erst danach startet der eigentliche Druck mit dem korrekten Start-Extruder. @lucaslehmann794 hat den Fix bereits bestätigt: funktioniert einwandfrei. Danke an Michael! 🙏

    Ersetzt den G-Code aus Schritt 2 durch diesen vollständigen Abschnitt:

    ; ==========================================
    ; STEP 1: ALLE BENÖTIGTEN EXTRUDER PARALLEL VORHEIZEN
    ; ==========================================
    {if is_extruder_used[0]}
    M104 T0 S{first_layer_temperature[0]}
    {endif}
    {if is_extruder_used[1]}
    M104 T1 S{first_layer_temperature[1]}
    {endif}
    {if is_extruder_used[2]}
    M104 T2 S{first_layer_temperature[2]}
    {endif}
    {if is_extruder_used[3]}
    M104 T3 S{first_layer_temperature[3]}
    {endif}
    
    ; ==========================================
    ; STEP 2: SEQUENTIELLES PURGEN (WARTEN AUF ENDTEMPERATUR PRO TOOL)
    ; ==========================================
    {if is_extruder_used[0]}
    M109 T0 S{first_layer_temperature[0]}
    T0
    SM_PRINT_START_LINE_EXTRUDER_0 TEMP={first_layer_temperature[0]}
    {endif}
    {if is_extruder_used[1]}
    M109 T1 S{first_layer_temperature[1]}
    T1
    SM_PRINT_START_LINE_EXTRUDER_1 TEMP={first_layer_temperature[1]}
    {endif}
    {if is_extruder_used[2]}
    M109 T2 S{first_layer_temperature[2]}
    T2
    SM_PRINT_START_LINE_EXTRUDER_2 TEMP={first_layer_temperature[2]}
    {endif}
    {if is_extruder_used[3]}
    M109 T3 S{first_layer_temperature[3]}
    T3
    SM_PRINT_START_LINE_EXTRUDER_3 TEMP={first_layer_temperature[3]}
    {endif}
    
    ; ==========================================
    ; STEP 3: ZURÜCK ZUM START-EXTRUDER FÜR DEN DRUCK
    ; ==========================================
    M109 T{initial_extruder} S{first_layer_temperature[initial_extruder]}
    T{initial_extruder}
    
    G90
    M106 S0
    ; ==========================================
  • Snapmaker U1 – Paxx12 Firmware

    Der Snapmaker U1 ist schon ab Werk eine beeindruckende Maschine – aber die Community hört da nicht auf. Die Paxx12 Extended Firmware erweitert den U1 um Funktionen, die Snapmaker offiziell (noch) nicht anbietet: von Mainsail-Unterstützung über Prometheus-Monitoring bis hin zu VPN-Fernzugriff. In diesem Beitrag erkläre ich dir, was Paxx12 ist, was es mitbringt und wie du es installierst.

    Was ist Paxx12?

    Paxx12 ist eine Community-Firmware für den Snapmaker U1, entwickelt unter dem GitHub-Nickname paxx12. Sie baut auf der offiziellen Snapmaker-Firmware auf und ergänzt sie gezielt. Das Projekt ist Open Source (GPL-3.0), aktiv entwickelt und hat über 700 Sterne auf GitHub.

    👉 github.com/paxx12/SnapmakerU1-Extended-Firmware

    Wichtig: Paxx12 ist kein offizielles Snapmaker-Produkt. Du verwendest es auf eigenes Risiko – die Garantie erlischt nicht automatisch, aber Schäden durch die Installation sind nicht abgedeckt. In der Praxis läuft die Firmware bei den meisten Nutzern stabil.

    Was kann Paxx12, was die offizielle Firmware nicht kann?

    Mainsail als Alternative zu Fluidd

    Der Snapmaker U1 nutzt ab Werk bereits Fluidd als Webinterface. Paxx12 ergänzt die Option, stattdessen Mainsail zu verwenden – ein weiteres vollwertiges Klipper-Frontend, das viele in der Community bevorzugen. Wer also lieber mit Mainsail arbeitet, kann das mit Paxx12 einfach umstellen.

    Prometheus und DataDog – erweitertes Monitoring

    Paxx12 bringt native Anbindungen für Prometheus und DataDog mit – für alle, die ihre Drucker-Metriken in professionelle Monitoring-Setups einbinden wollen.

    Benachrichtigungen via Discord, Telegram, Slack und mehr

    Über Moonraker Apprise lassen sich Druck-Benachrichtigungen an über 90 verschiedene Dienste schicken – Discord, Telegram, Slack, E-Mail, ntfy und viele weitere. Druck fertig? Fehlermeldung? Du kriegst es direkt aufs Handy.

    VPN-Fernzugriff via Tailscale

    Mit der integrierten Tailscale-Unterstützung erreichst du deinen Drucker sicher von überall – ohne Port-Forwarding, ohne feste IP. Einmal eingerichtet, ist der U1 wie ein lokales Gerät erreichbar, egal wo du bist.

    Hardware-beschleunigte Kamera mit WebRTC-Streaming

    Die Kamera-Unterstützung ist deutlich ausgebaut: Hardware-Beschleunigung und WebRTC-Streaming für interne und USB-Kameras. Dazu gibt es einen Remote Screen – du kannst das Touchscreen-Display des U1 direkt im Browser sehen und bedienen.

    Timelapse mit automatischer Bereinigung

    Zeitraffervideos werden automatisch aufgezeichnet – und Paxx12 räumt sie auch automatisch auf, damit der Speicher nicht vollläuft. Ein Recovery-Tool für beschädigte Timelapse-Dateien ist ebenfalls dabei.

    Erweiterte RFID-Erkennung

    Paxx12 unterstützt neben dem offiziellen RFID-Format auch Tags von Bambu, Creality, Anycubic und anderen – im OpenSpool-Format (NTAG213/215/216).

    Custom Klipper-Konfigurationen

    Eigene Klipper/Moonraker-Konfigurationen lassen sich direkt über die Weboberfläche einbinden. Dazu kommen TMC-Treiberoptimierungen, reduzierte Standby-Ströme und eine AFC-Lite-Kompatibilitätslage für Fluidd/Mainsail.

    Wie installiert man Paxx12?

    Die Erstinstallation läuft über USB-Stick – die Firmware-Config-Seite, die du später für Updates nutzt, kommt ja erst mit Paxx12 selbst:

    1. .bin-Datei von der GitHub-Releases-Seite herunterladen
    2. USB-Stick als FAT32 formatieren und die Datei ins Hauptverzeichnis kopieren
    3. Am Drucker: Settings → About → Firmware Version → Local Update
    4. Datei auf dem USB-Stick auswählen, Installation bestätigen
    5. Drucker startet neu – fertig

    Zurück zur offiziellen Firmware geht genauso: offizielle .bin von Snapmaker herunterladen und denselben Weg nehmen.

    Mehr dazu auf YouTube

    Ich habe eine ganze Playlist zu Paxx12 aufgebaut – von der ersten Vorstellung über aktuelle Updates bis hin zu einem Troubleshooting-Guide:

    👉 Playlist: Snapmaker U1 – Paxx12 Firmware

    Nutzt du Paxx12 schon? Schreib gerne in die Kommentare, welches Feature du am nützlichsten findest.

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