KW29 bringt sieben Storys – von einer Analyse, die genau die Gerätekombination zum Mega-Trend erklärt, die ich hier auf dem Kanal fahre, bis zu einer Banane in FreeCAD. Hier ist der Überblick.
🎬 Das Video dazu
🖨️ UV-Druck und 3D-Druck auf Kollisionskurs
Eine Analyse von Joris Peels auf 3DPrint.com beschreibt, wie Desktop-UV-Drucker und 3D-Drucker zu einer Gerätekategorie verschmelzen. Der eufyMake E1 (rund 2.300 €) hat den UV-Druck auf den Schreibtisch geholt, der HeyGears G1 kombiniert bereits Vollfarb-3D-Druck und UV-Druck in einem Gerät – und der Snapmaker U1 wird explizit als Kandidat für eine UV-Erweiterung genannt.
Für mich ist das die spannendste Meldung der Woche: Genau diese Kombination aus 3D-Druck und UV-Druck fahre ich hier seit Monaten. Wenn die Branche das jetzt als kommende Standard-Kategorie sieht, bestätigt das den Weg – und es dürfte in den nächsten Monaten deutlich mehr Geräte in diese Richtung geben.
🧱 LEGO eröffnet Manufacturing Innovation Center mit AM-Bereich
LEGO hat auf dem Kornmarken Campus in Billund ein Manufacturing Innovation Center eröffnet – inklusive eigenem Bereich für additive Fertigung, Materiallabor, Formenbau und einer Trainings-Akademie. Blickfang des Gebäudes: eine 25-Tonnen-Installation eines klassischen 2×4-Steins.
Dass ausgerechnet der Spritzguss-Weltmeister LEGO dem 3D-Druck einen festen Platz in seinem Innovationszentrum gibt, sagt einiges darüber, wo die Reise im Formen- und Prototypenbau hingeht.
🏎️ Ferrita: 3D-gedruckter Edelstahl-Auspuff für den Mercedes SLR McLaren
Die schwedische Auspuff-Schmiede Ferrita hat für einen Mercedes-Benz SLR McLaren eine maßgeschneiderte Abgasanlage per Wire-LMD (Laser Metal Deposition mit Draht) gefertigt. Der Workflow: 3D-Scan des Fahrzeugs, 3D-gedruckte Kunststoff-Prototypen zur Passformkontrolle, dann der Druck der finalen Edelstahl-Komponenten.
Das Ergebnis ist rund 20 Kilo leichter als der Original-Schalldämpfer. Spannend daran: Metalldruck kommt hier nicht aus der Luft- und Raumfahrt, sondern aus einer klassischen Werkstatt – für ein einzelnes Kundenfahrzeug.
🔗 Quelle: 3D Printing Industry
🏗️ Zaha Hadid Architects druckt 6-Meter-Tower aus feuerfestem PETG
Zaha Hadid Architects hat für die Terminal Expo einen sechs Meter hohen Turm gedruckt – rund 270 Stunden Druckzeit, feuerfestes PETG (Messe-Brandschutz) und integrierte LED-Panels. Premiere dabei: Zwei Roboter druckten koordiniert gleichzeitig, gesteuert über das CEREBRO-System.
Großformatiger 3D-Druck in der Architektur ist nicht neu – aber koordinierter Multi-Roboter-Druck an einem einzigen Bauteil ist ein echter Schritt Richtung Skalierung.
🔗 Quelle: 3D Printing Industry
🏘️ RIC Robotics baut Siedlung mit 106 Häusern in Colorado
In Cleora, Colorado entsteht eine komplette Siedlung mit 106 Häusern – Dutzende davon kommen aus dem Baudrucker von RIC Robotics. Geplant ist ein eigener Bezirk mit vollständiger Infrastruktur; die Ausbildung der Fachkräfte läuft in Kooperation mit dem Colorado Mountain College.
3D-gedruckte Einzelhäuser gab es schon viele – aber eine ganze Siedlung inklusive Ausbildungsprogramm zeigt, dass der Bau-3D-Druck gerade den Sprung von der Demo zur Serienfertigung macht.
👁️ University of Waterloo: Maßgefertigte Kontaktlinsen in 20 Minuten
Forschende der University of Waterloo drucken maßgefertigte Kontaktlinsen in rund 20 Minuten – per ganz normalem Resin-Druck. Die Innenfläche wird exakt an die Hornhaut des Patienten angepasst, die Sehkorrektur sitzt auf der Außenseite. Design, Druck und Ausgabe passen in einen einzigen Optiker-Termin.
Die Biokompatibilität wurde im Labor bestätigt, ein Patent läuft. Statt Wochen auf Speziallinsen zu warten, könnte der Optiker sie künftig direkt vor Ort drucken – gerade für Menschen mit unregelmäßiger Hornhaut ein Gamechanger.
🍌 FreeCAD bekommt eine Banane – for Scale
Zum Abschluss der Absacker: FreeCAD bekommt eine „Banana for Scale” – eine Banane als Referenzobjekt direkt im CAD. Klingt wie ein Witz, löst aber ein reales Problem: Bei Renderings und geteilten Modellen ist oft unklar, ob Millimeter oder Zoll gemeint sind. Die Banane schafft sofort Größenkontext.
Open Source, sofort installierbar – und der Beweis, dass die FreeCAD-Community Humor hat.
Links in diesem Beitrag können Affiliate-Links sein. Für dich entstehen dabei keine Mehrkosten.