KW27 bringt acht Storys – von einem Toolchanger, der komplett ohne Kabel an den Druckköpfen auskommt, bis zum 3D-gedruckten Luxusschuh auf der Pariser Fashion Week. Hier ist der Überblick.
🎬 Das Video dazu
⚡ Bondtech INDX Development Kit: Drahtloser Toolchanger ab 669 €
Bondtech hat den INDX Development Kit zum Verkauf freigegeben – ein Toolchanger-System für FDM-Drucker, bei dem die Druckköpfe keine einzige elektrische Verbindung mehr brauchen. Die Düse wird per Induktion geheizt, die Temperatur per Infrarot kontaktlos gemessen.
Werkzeugwechsel dauert rund 14 Sekunden – dafür gibt es null Purge Tower. Zwei Varianten: 669 € für 4 Tools, 899 € für 8 Tools. Das System ist offen – es gibt ein GitHub-Repo, und es funktioniert potenziell auf jedem Drucker, nicht nur auf der Prusa CORE One.
Induktionsheizung statt Kabel löst eines der größten Verschleißprobleme bei Toolchangern. Und dass Bondtech das als offenes System anbietet – Respekt.
🖥️ OrcaSlicer 2.4.1: Endlich U1-Profile für die 0,2-mm-Düse
OrcaSlicer 2.4.1 bringt offizielle Snapmaker-U1-Profile für 0,2-mm- und 0,8-mm-Nozzle – bisher musstet ihr die Profile selbst basteln oder Community-Profile nehmen. Das ist jetzt vorbei.
Außerdem wichtig: Version 2.4.0 hatte einen kritischen Bug beim sequenziellen Drucken – der Skirt wurde mehrfach gedruckt und hat fertige Teile vom Bett geschoben. Mit 2.4.1 gefixt. Wenn ihr noch auf 2.4.0 seid: sofort updaten.
Weitere Neuerungen: Native Windows ARM64-Support, ein neues Feld „Minimal chamber temperature” für Filamentprofile und über 1.500 deduplizierte Profil-IDs.
🎨 HeyGears G1X: 3D-Vollfarbdruck + UV-Druck in einem Gerät
Nach dem G1 kommt der G1X – laut HeyGears „der weltweit erste Desktop-Vollfarbdrucker mit kombinierter 3D- und UV-Druckfunktion”. Drei Modi in einem Gerät: Vollfarbiger 3D-Druck, 3D-Texturen mit Tiefenrelief bis 150 mm und klassischer 2D-UV-Druck auf verschiedene Oberflächen.
Über 400 kompatible UV-Materialien, Early-Bird-VIP-Slots ab 50 Dollar. Wenn HeyGears das wirklich gut in einem Gerät hinbekommt, könnte das für viele Leute den Workflow massiv vereinfachen. Abwarten – die Qualität muss sich erst beweisen.
🔧 Bambu Studio 2.8.0 Beta: Montageanleitungen direkt aus dem Slicer
Die Public Beta von Bambu Studio 2.8.0 bringt einen Assembly Guide Generator: STEP-Datei importieren, der Slicer zerlegt das Modell automatisch in Einzelteile und erstellt Montageschritte – mit Exploded-View-Animation und einheitlicher Kamera. Export als PDF, Markdown oder MP4.
Außerdem neu: Counterbore Hole Bridging – drei Modi für Support-freies Drucken von Senkloch-Geometrien. Wer schon mal eine M3-Schraube einlassen wollte und dabei mit hängenden Bridges gekämpft hat, weiß warum das relevant ist.
📱 Google öffnet Fitbit Air für DIY-3D-Druck-Zubehör
Google hat Hardware-Blueprints für den Fitbit Air veröffentlicht – 2D-CAD-Zeichnungen, Maßtoleranzen, Materialhinweise. Damit können Maker eigene Armbandadapter, Clip-Halterungen und Hüllen drucken.
Das Made-for-Google-Zertifizierungsprogramm wird für Drittanbieter geöffnet – ihr könnt also nicht nur für euch drucken, sondern auch zertifiziertes Zubehör verkaufen. Google empfiehlt biokompatible Materialien wegen direktem Hautkontakt.
Das zeigt, dass große Marken die Maker-Community nicht mehr als Bedrohung sehen, sondern als Erweiterung ihres Ökosystems.
🔗 Quelle: 3D Printing Industry
👟 Zellerfeld + Louboutin: 3D-gedruckter Luxusschuh
Jaden Smith, Kreativdirektor der Herrenline bei Louboutin, hat auf der Pariser Fashion Week einen komplett 3D-gedruckten Schuh gezeigt – ein einziges Teil, kein Klebstoff, keine Nähte, keine Schnitte. Zellerfeld hat die Produktion bestätigt.
3D-gedruckte Schuhe sind kein Gimmick mehr. Wenn Louboutin da einsteigt, ist das ein Signal an die gesamte Modeindustrie.
🔋 Caltech druckt Batterieelektroden ohne Kobalt
Ein Team am Caltech hat mit dem HIAM-Verfahren (Hydrogel Infusion Additive Manufacturing) dreidimensional architektonierte Lithium-Eisen-Phosphat-Kathoden gedruckt – komplett ohne Kobalt. Kobalt ist teuer, ethisch problematisch und ein Flaschenhals für die Batterieproduktion.
Grundlagenforschung, ja – aber es zeigt, wie 3D-Druck nicht nur Gehäuse, sondern die Kernkomponenten von Technologie neu gestalten kann.
💰 MakerWorld MakerLab: Neue Abrechnungsregeln
Bambu Labs MakerLab auf MakerWorld ändert die Abrechnung: Bisher wurden Credits erst beim Export abgezogen – ab jetzt fallen Kosten schon bei der Generierung an, auch wenn ihr das Ergebnis verwirft. Kostenlose monatliche Credits gibt es nicht mehr.
Hintergrund: Die Nutzung hat laut Bambu die geplanten Kapazitäten weit überschritten. Wer MakerLab regelmäßig nutzt, sollte vor dem Generieren genauer überlegen.
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